Italien will Landung von Flüchtlingsschiffen stoppen


Italien will Landung von Flüchtlingsschiffen stoppen

Den Berichten zufolge übergab der italienische EU-Botschafter Maurizio Massari bei einem Treffen in Brüssel einen Brief an EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos.

Rom - In Italien liegen angesichts der dramatisch angestiegenen Flüchtlingszahlen die Nerven blank.

In der Flüchtlingskrise droht Italien der EU mit Konsequenzen, falls dem Land nicht ein Teil der Last abgenommen wird. Es sei unannehmbar, dass die Schiffe, die Migranten mit zentralen Mittelmeerraum retten, immer nur italienische Häfen ansteuern würden.

Nach der letzten massiven Migrationswelle mit der Ankunft von 10.000 Migranten in Italien binnen weniger Tage könne die EU nicht mehr wegschauen, hieß es in Rom. Italiens Aufnahmesystem gerät unter Druck - und auch die Regierung von Premierminister Paolo Gentiloni. Innenminister Marco Minniti musste am Dienstag seine USA-Reise abbrechen, das Parlament kam zu einer Krisensitzung zusammen. "Diese Massenankünfte haben Dimensionen erreicht, die für Italien unerträglich geworden sind", sagt Ex-Premier Matteo Renzi.

Staatschef Sergio Mattarella beschuldigte die EU, zu wenig zur Unterstützung Italiens zu unternehmen. "Italien ist an der vordersten Front engagiert, um angesichts des epochalen Flüchtlingsphänomens tausende Menschenleben zu retten". Die italienischen Aufnahmezentren sind bereits völlig überfüllt. Seit Beginn des Jahres kamen in Italien mehr als 76.000 Menschen an, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Innenministerium, das im Gesamtjahr 2017 mit über 200.000 Migranten rechnet, macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Derzeit versorgt Italien über 180.000 Migranten. Innenminister Minniti drängt auf eine faire Lastenverteilung der Asylversorgung innerhalb Italiens. In 48 Stunden wurden zwischen Sonntag und Montag 8.500 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Einige Regionen würden mehr als andere ihre "Pflichten" erfüllen, meinte der Minister.

Die italienische Opposition kritisiert die Regierung. So will die Lega Nord die Regierung wegen Förderung der Schlepperei verklagen. Sie sollte den Eingriff des UN-Sicherheitsrates für gemeinsame Strategien fordern, um die Abfahrt von Migranten aus Libyen zu stoppen.

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