Guam im Visier: Warum Nordkorea der Pazifikinsel mit einem Militärschlag droht


Guam im Visier: Warum Nordkorea der Pazifikinsel mit einem Militärschlag droht

Das kündigte Verteidigungsminister Itsunori Onodera heute während einer Parlamentssitzung an, nachdem Nordkorea mit einem möglichen Angriff auf die Gewässer um das US-Aussengebiet Guam im Pazifik gedroht hatte. Nach Medienberichten über Fortschritte Nordkoreas bei seinem Atomwaffenprogramm hatte Trump dem Land eine Vergeltung mit "Feuer und Zorn" angedroht.

In der von KCNA verbreiteten Stellungnahme hiess es, Trump verkenne offensichtlich den Ernst der Lage und der jüngsten Warnungen aus Pyongyang. Insgesamt sollen etwa 6000 amerikanische Soldaten auf Guam stationiert sein. "Sie werden mit Feuer und Wut getroffen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat".

Daher nehmen die von der Nachrichtenagentur KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen auch direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. Die Flugdistanz von knapp 3360 Kilometern könnten die Raketen binnen weniger als 18 Minuten zurücklegen. "Die großen Führer, die ich kenne, sprechen keine Drohungen aus, solange sie nicht bereit zum Handeln sind", sagte der Republikaner dem US-Radiosender KTAR.

Nach einem Bericht der "New York Times" hatte der Chef des Weißen Hauses seine Äußerung nicht mit seinen Beratern abgesprochen. Der Präsident habe vielmehr spontan auf eine Reporterfrage reagiert, berichtet die Zeitung.

Nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, sagte Trump indes, er hoffe dennoch auf eine "friedliche Lösung". Möglicherweise wolle die Führung in Pjöngjang klar machen, dass sie sich mit den Plänen innerhalb der Grenzen des Völkerrechts bewege, sagte Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul. Zwar versuche das US-Aussenministerium alles, um der Bedrohung mit diplomatischen Mitteln Herr zu werden.

Durch Erfahrungen der Vergangenheit - Guam war wichtiger Stützpunkt im Vietnam-, Korea- und Irakkrieg - sei Guam die amerikanische Kommune, die am besten auf Koordination und Austausch mit dem Militär vorbereitet sei, sagte der Gouverneur der Insel, Eddie Calvo, am Mittwoch.

Die Guamaraner sollten darüber nachdenken, wie sie zum Frieden in der Region beitragen könnten, zur nuklearen Abrüstung sowohl der USA als auch Nordkoreas. Guam ist das am weitesten vom Festland entfernte US-Territorium - und das einzige, das jemals von anderen Truppen besetzt wurde. In einem Kommentar hieß es, ohne eine Rückkehr zur Vernunft werde alles noch schlimmer. Die "Washington Post" und zahlreiche US-Militärexperten wiesen darauf hin, dass eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten schlicht unmöglich sei. Auch Japans Regierung rief zur Mässigung auf, richtete ihren Appell aber ausschliesslich an Pyongyang.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Nordkorea trifft mit Guam nicht nur die USA, sondern indirekt auch das Bündnis. China sei bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme "angemessen zu lösen". Der UN-Sicherheitsrat hatte erst am Samstag die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft, um Pjöngjang zum Einlenken zu bewegen. Diese hatte nach Schätzungen eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UNO-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

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